IfaS Stuttgart

Institut für angewandte Sozialwissenschaften Stuttgart

Bedarfsanalyse zur Vorhaltung eines bedarfsdeckenden Angebots an Frauen- und Kinderschutzhäusern und spezialisierten Fachberatungsstellen gegen Gewalt an Frauen in Baden-Württemberg

Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

Im Anschluss an eine systematisierte Bestandsaufnahme zur Situation des spezialisierten Hilfesystems im Bereich Gewalt gegen Frauen in Baden-Württemberg erfolgt nun eine Bedarfsanalyse...

Auftraggeber

Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

Der Beirat zur Umsetzung des Landesaktionsplans gegen Gewalt an Frauen

VertreterIn Kooperationspartner Die Akteure des spezialisierten Hilfesystems im Bereich Gewalt gegen Frauen in Baden-Württemberg
Forschungsauftrag

Im Rahmen der Umsetzung der Maßnahmen des Landesaktionsplans gegen Gewalt an Frauen (LAP) wurde in einem ersten Schritt eine systematisierte Bestandsaufnahme zur Situation des spezialisierten Hilfesystems im Bereich Gewalt gegen Frauen in Baden-Württemberg auf der Grundlage einer quantitativen Fragebogenerhebung vom Institut für angewandte Sozialwissenschaften Stuttgart im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren durchgeführt (Bestandsaufnahme zur Situation des spezialisierten Hilfesystems im Bereich Gewalt gegen Frauen in Baden-Württemberg, Mai 2016). Mit dieser wissenschaftlichen Ist-Analyse wurde die Situation des stationären und ambulanten Versorgungssystems aus sozialwissenschaftlicher Perspektive systematisiert erhoben und dokumentiert.

Da dort bereits wesentliche Anforderungen an das Versorgungssystem formuliert wurden, geben die Ergebnisse der Bestandsaufnahme auch Hinweise auf die Frage, ob die Versorgung gewaltbetroffener Frauen in Baden-Württemberg bedarfsdeckend und bedarfsgerecht ist. So lassen sich neben den Aussagen über das Vorhandensein eines Angebots auch Aussagen darüber treffen, ob es den Leitlinien und Standards qualitativ entspricht, also Schwachstellen und Leerstellen bestehen. Zudem wurde dezidiert nach den subjektiven Einschätzungen zur Versorgungs-lage sowie Versorgungslücken und Wünschen gefragt.

Die Bestandsaufnahme und -analyse der sozialen Infrastruktur für das Hilfesystem bei Gewalt gegen Frauen konnte damit zwar selbst keine an die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten angepasste Bedarfsanalyse leisten. Ihre Hinweise auf die Bedarfsdeckung, Versorgungslücken und räumlichen Differenzen bietet aber die Grundlage für die Durchführung einer Bedarfsanalyse unter Einsatz von Instrumenten der kommunalen Sozialplanung – wie sie der Landesaktionsplan (Nr. 2) vorsieht.
Projektleitung

Prof. Dr. Ute Koch

Prof. Dr. Thomas Meyer
Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen

Daniel Rayment-Briggs, Soziologe/Historiker/Philosoph (M.A.)
Anne Deremetz, Soziologin (M.A.)
Stefan Daum, Sozialarbeiter (M.A.)

Projektdauer 09.01.17 bis 08.01.18   
Forschungsmethoden

Die regionale Versorgungslandschaft und Versorgungslage mit Beratungsstellen und Frauenhäusern in Baden-Württemberg sind uneinheitlich und weisen deutliche Unterschiede auf. Um diese sozialräumlichen Differenzierungen und speziellen regionalen Bedingungen in Baden-Württemberg zu erfassen und gleichzeitig landesweite Bedarfsaussagen als Grundlage für die Planung einer bedarfsdeckenden Versorgung treffen zu können, ist eine Untersuchung auf der Ebene der vier Regierungsbezirke (RB Stuttgart, RB Karlsruhe, RB Tübingen, RB Freiburg) erforderlich.

Forschungsmethodisch sind fünf Analyseschritte geplant.

Baustein 1: Analyse von Sekundärdaten

Baustein 2: Interviews mit Expertinnen aus dem Feld (spezialisiertes Hilfesystem)

Baustein 3: Fokusgruppen in Form von Workshops

Baustein 4: Quantitative Erhebung

Baustein 5: Adressatinnenbefragung
Ergebnisse  Abschlussbericht