IfaS Stuttgart

Institut für angewandte Sozialwissenschaften

Wirksamkeit und Weiterentwicklung der Angebote zur Alltagsgestaltung sowie Tagesstrukturierung für erwachsene seelisch behinderte Menschen im Saarland

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes

Umfassende Evaluation der externen (außerhalb der stationären Einrichtungen) Angebote zur Tagesstrukturierung und Alltagsgestaltung für erwachsene seelisch behinderte Menschen im Saarland…

 

Auftraggeber Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes
Forschungsauftrag

Menschen mit einer seelischen Behinderung werden im Rahmen der Eingliederungshilfe betreut, wobei im Saarland 700 Personen im stationären Setting und über 1.000 Personen im ambulanten Setting „Hilfen zum selbstbestimmten Leben und Wohnen“ erhalten. Alltagsgestaltung findet insbesondere in acht Tageszentren, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben finden in Werkstätten für Menschen mit einer Behinderung sowie in der Rehabilitationseinrichtung „Virtuelle Werkstatt“ statt. Hinzu kommen sieben Modellprojekte, in denen bis Ende 2018 „Ambulante tagesstrukturierende Maßnahmen“ erprobt werden.

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes hat das Stuttgarter Institut für angewandte Sozialwissenschaften (IfaS) mit der Aufgabe betraut, eine umfassende Evaluation der externen (außerhalb der stationären Einrichtungen) Angebote zur Tagesstrukturierung und Alltagsgestaltung für erwachsene seelisch behinderte Menschen durchzuführen. Dabei wird das besondere Augenmerk auf Wirksamkeit, Bedarfsgerechtigkeit und dem Weiterentwicklungspotential dieser Angebote liegen. Das Vorhaben soll insbesondere,

  • die Bedarfsgerechtigkeit und Wirksamkeit der o.g. Maßnahmen evaluieren,
  • den zukünftigen Bedarf und die künftige Struktur an Angeboten zur ambulanten Alltagsgestaltung sowie zur Tagesstrukturierung für die genannte Zielgruppe abschätzen helfen,
  • Hinweise darauf geben, wie die vorhandenen Angebote nach den Leitlinien der Inklusion und Personenzentriertheit fachgerecht und wirtschaftlich effizient weiterentwickelt werden können und
  • wie auf die Herausforderungen der sich veränderten Bedarfe der Zielgruppe bei ambulanter Alltagsgestaltung und Tagesstrukturierung adäquat reagiert werden muss,
  • psycho-soziale Effekte und gesundheitliche Zusammenhänge herausarbeiten,
  • alle relevanten Akteure und Stakeholder in den Untersuchungsprozess einbinden.

Hieraus ergeben sich folgende zu bearbeitende Arbeitspakete (AP):

AP 1: Konzeptionierung der Studiengesamtplanung

Arbeitspaket 1 umfasst die Konzeptionierung der unterschiedlichen Studienteile, die Festlegung der Studienpopulationen sowie den Aufbau notwendiger Kontakte ins Forschungsfeld. Auch werden Studienbeteiligte rekrutiert und Verantwortlichkeiten beschrieben.

AP 2: Sekundäranalysen

Arbeitspaket 2 beinhaltet Recherchearbeiten, Dokumentenanalysen und die Analyse der Angebotsstatistiken (Inanspruchnahme). Auf der Grundlage dieser Analysen werden relevante Konzeptions- und Strukturvariablen entwickelt, welche die vorhandene Angebotspalette beschreiben. Die Ergebnisse werden in Form von Angebots-Portfolios aufbereitet.

AP 3: Primärdatenerhebungen: Befragung der Menschen im Leistungsbezug und der Leistungserbringer

Die Perspektive der Menschen im Leistungsbezug wird im Rahmen einer quantitativen Befragung (hier werden alternative Befragungswege angeboten: online, Telefon, schriftlich) abgebildet. Zum Einsatz kommt ein standardisierter, auf die Zielgruppe und Angebote zugeschnittener Fragebogen. Hierbei wird eine Vollerhebung angestrebt. Ergänzend werden zehn Tiefeninterviews mit Menschen im Leistungsbezug aus verschiedenen Einrichtungen durchgeführt und einzelne Aspekte vertieft.

Die Perspektive der Leistungserbringer wird in qualitativen Interviews mit Vertreter/innen der  Leistungstypen  bzw.  Angebote  erhoben.  Hierfür  wird  ein  Interviewleitfaden entwickelt, der auf die relevanten Aspekte des Vorhabens eingeht und den Fokus auf förderliche und hinderliche Parameter lenkt.

AP 4: Fokusgruppen zur Validierung der Ergebnisse

Arbeitspaket 4 dient der Ergebnissicherung. Dabei soll das multiperspektivische Design der Gesamtanlage auch bei der Auswahl der hierfür relevanten Personen beachtet werden. In gemischten Fokusgruppen werden die Ergebnisse der Befragungen diskutiert und  die Vorschläge für eine konzeptionelle und strukturelle Weiterentwicklung  überprüft.

AP 5: Projektbeirat, Veranstaltungen

Dieses Arbeitspaket beinhaltet die Bildung eines Projektbeirates, die Durchführung und Moderation einer Kick-off-Veranstaltung sowie die Durchführung und Moderation einer Abschlussveranstaltung. Die Rolle als Moderator umfasst dabei die Erstellung der Agenda, die Vorbereitung einzelner Themen, die Diskussionsleitung und die Protokollierung. Des Weiteren wird der Beirat regelmäßig über den Projektfortschritt informiert.

AP 6: Handlungsempfehlungen, Berichtlegung

Arbeitspaket 6 umfasst die notwendigen Berichte und Präsentationen sowie die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen auf der Grundlage des empirischen Materials, die in einem Abschlussbericht publiziert werden.

Projektleitung Prof. Dr. Susanne Schäfer-Walkmann
Prof. Dr. Thomas Meyer
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen Franziska Traub, Erziehungswissenschaftlerin (M.A.)
Anne Deremetz, Soziologin (M.A.)
Projektdauer

01.08.2016 bis 30.04.2017

Zuordnung bei IfaS Evaluationsforschung und wissenschaftliche Begleitung
Forschungsmethoden

Für wissenschaftliche Begleitung und Untersuchung der Angebote zur „Wirksamkeit und Weiterentwicklung der Angebote zur Alltagsgestaltung sowie Tagesstrukturierung für erwachsene seelisch behinderte Menschen im Saarland“ wird eine Evaluationskonzeption erarbeitet, die

 (1.) multiperpektivisch,
 (2.) in bestimmten Punkten prozessorientiert,
 (3.) multidimensional und
 (4.) modular aufgebaut ist.

Methodisch kommen quantitative und qualitative Verfahren zum Einsatz:

  • Dokumentenanalysen
  • Quantitative Erhebungen mittels Fragebogen
  • Statistische Auswertungen
  • Explorative Interviews
  • Experteninterviews/Tiefeninterviews
  • Gruppendiskussionen
Aufgrund der Komplexität des Gegenstandes werden die quantitativen und qualitativen Studienergebnisse bereits im Forschungsprozess aufeinander bezogen und in einem abschließenden Schritt konsequent miteinander verbunden. Erst mithilfe einer solchen Triangulation „between methods“ kann der Forschungsgegenstand aus verschiedenen Perspektiven unter Fokussierung auf relevante Teilaspekte des Phänomens „Wirksamkeit der Angebote zur Alltagsgestaltung“ erfasst werden. Dadurch wird sowohl die Tiefe als auch die Breite des Vorgehens erhöht, um einerseits die Komplexität des Gegenstandes zu erfassen und andererseits – mit Blick auf das ermittelnde Ergebnis einer Bewertung der bestehenden Angebote und Empfehlungen zu deren Weiterentwicklung – möglichst generalisierbare Aussagen treffen zu können.
Ergebnisse

Zwischenbericht
Abschlussbericht
PowerPoint-Präsentation