IfaS Stuttgart

Institut für angewandte Sozialwissenschaften

Sinn ² - Die barrierefreie Zwei-Sinne-Fahrgastinformation

Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg

Projekt im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltig mobil: Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis“ ...

Auftraggeber

Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg (im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltig mobil: Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis“)

Kooperationspartner

VWI Stuttgart GmbH
Institut für Eisenbahn- und Verkehrswesen der Universität Stuttgart

Forschungskonsortium
Im Projekt arbeiten drei profilierte Partner mit vielfältigen Erfahrungen auf dem Gebiet des Verkehrswesens und der Sozialwissenschaft zusammen. Das Projektkonsortium besteht aus der VWI Verkehrswissenschaftliches Institut Stuttgart GmbH (VWI), dem Institut für Eisenbahn- und Verkehrswesen (IEV) der Universität Stuttgart sowie dem Institut für angewandte Sozialwissenschaften (IfaS), Zentrum für kooperative Forschung an der DHBW Stuttgart. VWI und IEV übernehmen dabei den verkehrswissenschaftlichen Part und das IfaS die sozialwissenschaftliche Begleitung des Projekts. Die Federführung des Konsortiums liegt bei der VWI Stuttgart GmbH.
Forschungsauftrag Im Bereich der Barrierefreiheit des ÖPNV konnten in den letzten Jahren vielfältige Fortschritte erzielt werden. Dabei standen allerdings häufig die Belange von mobilitätseingeschränkten Fahrgästen im Vordergrund, während die Belange von Menschen mit Wahrnehmungseinschränkungen nicht voll zur Geltung kamen. Besonders betroffen sind dabei Sehbehinderte und Blinde, die nicht oder nur mit Hilfsmitteln in der Lage sind, z. B. Fahrplanaushänge oder Netzpläne zu erfassen.

Diese Kommunikationsbarrieren werden insbesondere bei der zunehmenden Verbreitung von Echtzeit-Fahrgastinformationen deutlich. Die Echtzeitinformationen werden auf den Anzeigern in Bahnhöfen und Haltestellen visuell dargestellt und sind im Internet oder per App abrufbar. Diese Darstellungsformen erschweren Sehbehinderten und Blinden die Nutzung und führen zu Zugangshemmnissen und Unsicherheiten bei der Benutzung des ÖPNV.

Ziel des Projektes Sinn2 ist es daher, landesweit eine barrierefreie sowie echtzeitfähige Fahrgastinformation für blinde und sehbehinderte Personen zur Verfügung zu stellen, um für diese den ÖPNV zuverlässiger und attraktiver zu gestalten. Um dies zu ermöglichen, wird im Projekt eine Fahrgastinformation in Form einer App für Smartphones realisiert, welche insbesondere hinsichtlich der Bedienung speziell auf die Bedürfnisse der genannten Zielgruppen abgestimmt ist.

Dadurch lassen sich zeitintensive sowie kostspielige Maßnahmen an der Infrastruktur der Haltestellen (z. B. Ausstattung mit DFI-Anzeigern, die zusätzliche akustische Informationen zur Verfügung stellen) und eventuell auch in den Fahrzeugen vermeiden. In Folge dessen lässt sich die barrierefreie sowie echtzeitfähige Fahrgastinformation ohne nennenswerten Mehraufwand großflächig verbreiten – auch in ländlichen Regionen mit geringem Fahrgastaufkommen.

Das Projekt Sinn2 ist auf eine Laufzeit von zwei Jahren ausgelegt und beinhaltet folgende Arbeitsschritte:

  1. Ermittlung der Anforderungen der Zielgruppen an eine barrierefreie Zwei-Sinne-Fahrgastinformation

  2. Spezifikation und Entwurf von Bedienkonzepten für die App und Erstellung eines Prototyps

  3. Nutzbarkeitstest des Prototyps durch Testpersonen der Zielgruppen unter sozialwissenschaftlichen Begleitung

  4. Fortschreibung von Spezifikation und Entwurf aufgrund der Ergebnisse des Nutzbarkeitstests und Erstellung einer Pilotversion

  5. Durchführung einer halbjährigen Pilotphase der App mit Echtzeit-Daten und Auswertung der gewonnen Erkenntnisse

Projektleitung

Dipl.-Wi.-Ing. Stefan Tritschler
Prof. Dr. Susanne Schäfer-Walkmann

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Dr.-Ing. Yong Cui M.I.P.
Dipl.-Inf. Stefan Schmidhäuser
Alessa Peitz, Sozialpädagogin (cand. M.A.)

Projektdauer

Januar 2016 bis Dezember 2017

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