IfaS Stuttgart

Institut für angewandte Sozialwissenschaften

Studie zu Bedeutung und Trends monetärer Tauschformen im bürgerschaftlichen Engagement mit Schwerpunkt auf Handlungsfelder im Umfeld häuslicher und ambulanter Betreuung in Hessen

Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Lebensqualität im Alter betrifft alle Bürgerinnen und Bürger und kann nur gemeinschaftlich verbessert werden. Versorgungsgemeinschaften in Zusammenarbeit von Bürgerschaft und professionellen Strukturen sind ein wichtige Säule für unterstütztes Leben im Alter neben professionellen Angeboten. Eine sorgsame und vorausschauende Engagementpolitik hat sich um fördernde Rahmenbedingungen zu kümmern...

Auftraggeber

Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

 Vertreterinnen Kooperationspartner

Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Elke Kilz
Referatsleiterin Bürgerschaftliches Engagement, Freiwilligendienste und Koordinierung Sterbebegleitung

Forschungsauftrag

Das Land Hessen verfolgt seit mehreren Jahren eine aktive und breite Engagementförderung. Dabei sind seniorenpolitische Engagementfelder fester Bestandteil, die zu einem selbständigen Leben in der eigenen Häuslichkeit beitragen oder gesellschaftliche Teilhabe oder Unterstützung bei Betreuung oder als pflegende Angehörige verfolgen. Die Versorgungslandschaft ist bunter geworden. In der Folge haben sich auch verschiedenartige Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement herausgebildet. Sie betreffen Bereiche wie Organisation, Gewinnung und Einbindung von Engagierten, Leitbilder sowie unterschiedliche Formen von Anerkennung und Würdigung. Dabei werden auch finanzielle Aufwandsentschädigungen angeboten.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Pflegeversicherung wirken aus Sicht von Experten/innen als widersprüchliche Treiber in diesem Prozess der örtlichen Infrastrukturentwicklung. Sie befördern Engagementprozesse, eröffnen aber besonders monetäre Anreize. Die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement - gerade im Umfeld häuslicher Betreuung und Lebensgestaltung im Alter - ist ein Anliegen der Engagementförderung. Bürgerinnen und Bürger sollen die Lebensverhältnisse vor Ort auch im Umfeld von Pflege und Betreuung mitgestalten können. Lebensqualität im Alter betrifft alle Bürgerinnen und Bürger und kann nur gemeinschaftlich verbessert werden. Versorgungsgemeinschaften in Zusammenarbeit von Bürgerschaft und professionellen Strukturen sind ein wichtige Säule für unterstütztes Leben im Alter neben professionellen Angeboten. Eine sorgsame und vorausschauende Engagementpolitik hat sich um fördernde Rahmenbedingungen zu kümmern.

Das Hessische Sozialministerium hat deshalb eine Studie zu Bedeutung und Trends monetärer Tauschformen im bürgerschaftlichen Engagement mit Schwerpunkt auf Handlungsfelder im Umfeld häuslicher und ambulanter Betreuung in Hessen in Auftrag gegeben.

Für die Erarbeitung einer Expertise stehen folgende Fragestellungen im Mittelpunkt:

  • Wie sehen typische Konstellationen von Wohlfahrts-Mix im untersuchten Engagementfeld aus? Welche Rolle spielt Aufwandsentschädigung in diesem Gefüge?
  • Welche Traditionen der Anerkennung und des monetären Tausches gibt es im untersuchten Engagementfeld? In welchem Werte- und Organisationskontext findet der monetäre Tausch statt?
  • Welche Formen und Varianten des monetären Tausches werden praktiziert mit welchen Wirkungen?
  • Wie sehen die zentralen Akteure im Wohlfahrts-Mix den Zusammenhang zwischen Engagement und Aufwandsentschädigung: Engagierte, professionelle Partner, Organisationsvertreter; welche Bedeutung wird dem monetären Tausch gegeben; welche Selbstverständnisse von Engagement zeigen sich im Umfeld von aufwandsentschädigtem Engagement?
  • Welche Trends und Entwicklungen im Blick auf Aufwandsentschädigung bzw. monetären Tausch ergeben sich?
  • Welchen Folgen (Chancen und Gefahren) zeichnen sich ab?
  • Welche Handlungsempfehlungen lassen sich daraus ableiten?
Projektleitung Prof. Dr. Paul-Stefan Roß
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Dr. Julia Schlicht (Dipl.-Betriebswirtin)

Iren Steiner, Dipl.-Psychologin

Projektdauer

01.09.2016 - 31.12.2016

Zuordnung bei IfaS Wissenschaftliche Studie
Forschungsmethoden

Die forschungsleitenden Fragen werden in drei Modulen bearbeitet.

  1. Es wird eine Konzept- und Literaturrecherche durchgeführt. Die Sekundäranalyse ermittelt Traditionslinien und aktuelle Positionen von Organisationen aus Engagementfeldern mit monetären Tauschformen, insbesondere die Organisationen von Betreuungsgruppen in Hessen, im Kontrast zu Organisationen aus Engagementfeldern ohne Geldtransfer oder mit neuartigen Tauschformen. Sie fasst den Stand der Monetarisierungsdebatte zusammen.
  1. Eine landkreisbezogene qualitative Analyse in vier Landkreisen eruiert praktische Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement im Umfeld von Pflege mittels Fokusgruppen mit Engagierten aus Initiativen und Interviews mit den zuständigen professionellen Partnern und Zuständigen der Landkreisverwaltung. Die zuständigen Partner in den Landkreisen werden mit einer schriftlichen Befragung beteiligt. Die Standorte des Modellprogramms „Gemeinsames Engagement im Umfeld von Pflege“ werden in mittels einer schriftlichen Befragung einbezogen.
  2. Die landesbezogene strategische Analyse führt Perspektiven und Einschätzungen zur Entwicklung im Untersuchungsfeld zusammen aus der Sicht von Schlüsselpersonen aus Verbänden und Organisationen, die im Feld der Betreuungsgruppen oder SGB XI § 45c und d Aktivitäten dominat sind, sowie aus kontrastierenden Handlungsfeldern.
Ergebnisse
  • Expertise / Abschlussbericht