IfaS Stuttgart

Institut für angewandte Sozialwissenschaften

"Sozialer Dienst 1.0" - Implementierung der Konzeption des Sozialen Dienstes der AOK Baden-Württemberg

AOK Baden-Württemberg

Die Fragestellung nach einer gelungenen Implementierung der Konzeption des Sozialen Dienstes der AOK Baden-Württemberg ist in erster Linie eine gesundheitsökonomische Fragestellung…

Auftraggeber

 AOK Baden-Württemberg

Vertreterinnen Kooperationspartner

 Hauptverwaltung AOK Baden-Württemberg; Andreas Schmöller

Weitere Akteure

 CC Sozialer Dienst, 14 Bezirksdirektionen

Forschungsauftrag

Das Referat I.2.3 Rehabilitation und Sozialer Dienst der AOK Baden-Württemberg – Hauptverwaltung stellte im Oktober 2012 eine (Neu-)Konzeption des Sozialen Dienstes vor, welche vom Vorstand verabschiedet wurde und seit 2013 zur Umsetzung in den CompetenceCentern (CC) Sozialer Dienst der 14 Bezirksdirektionen kommt. Damit werden durch die Beratung des Sozialen Dienstes die Unternehmensleitlinien der AOK Baden-Württemberg als „exklusives Mehrwertprodukt im Innen- und Außenverhältnis umgesetzt“ (Konzeption 2012: S. 1). Das „exklusive Mehrwertprodukt“ Soziale Arbeit stellt im Unternehmen eine Innovation dar, deren Wirksamkeit (effectiveness) überprüft werden soll.

Die Fragestellung nach einer gelungenen Implementierung der Konzeption des Sozialen Dienstes der AOK Baden-Württemberg ist in erster Linie eine gesundheitsökonomische Fragestellung: Die angebotene Beratungs- und Managementleistung durch die Soziale Arbeit für die/den einzelne/n Versicherte/n soll ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein, wie es auch für die medizinischen Leistungen gilt (vgl. § 12 SGB V).

Die zentrale forschungsleitende Frage lautet: Wurde die Konzeption „Sozialer Dienst 1.0“ erfolgreich implementiert?

Entsprechend der Komplexität des Versorgungsgeschehens und der erwarteten mehrdimensionalen Effekte werden folgende Teilfragestellungen gestellt:

1. Wie bewerten Versicherte und Angehörige das Versorgungsangebot?
2. Wie schätzen die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen ihren professionellen Beitrag zum betrieblichen Gesamterfolg ein?
3. Welche Effekte lassen sich für die Organisation messen?
4. Welche Faktoren beeinflussen die Implementierung der Konzeption „Sozialer Dienst 1.0“?

Im Sinne einer 360°-Evaluation bilden diese Teilfragestellungen vier Perspektiven ab: 1.) die Perspektive der Nutzer/innen bzw. Kund/innen; 2.) die Perspektive der Leistungserbringer bzw. der Zielgruppe in der Versorgungspraxis; 3.) die Perspektive der Organisation bzw. des Leistungsanbieters; 4.) die Perspektive des Gesamtunternehmens.

Dabei sind die Arbeitspakete der sozialwissenschaftlichen Analyse wie folgt zu benennen:

AP 1: Erstellung und Ausformulierung des Studienprogramms
AP 2: Erarbeitung von Erhebungsinstrumenten
AP 3: Qualitative Befragungen
AP 4: Quantitative Erhebungen
AP 5: Gruppendiskussionen
AP 6: Ausarbeitung der Studie

Projektleitung Prof. Dr. Susanne Schäfer-Walkmann
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Franziska Traub, Erziehungswissenschaftlerin (M.A.)
Alessa Peitz, Sozialpädagogin (B.A.)
Robert Walkmann, Dipl. Ing

Projektdauer

01.04.14 bis 30.09.16   

Zuordnung bei IfaS Implementierungsstudie
Forschungsmethoden

Forschungsmethodisch wird nach dem Forschungsansatz der Triangulation verfahren. Die geplante Erhebung mittels quantitativer und qualitativer Verfahren umfasst auf jeder der vier beschriebenen Ebenen Qualitätsmessungen, Struktur- und Prozessevaluationen sowie ökonomische Bewertungen. Subjektive Wahrnehmungen (z. B. Zufriedenheit oder Lebensqualität) werden mit objektiven Indikatoren (z. B. psychosoziales Funktionsniveau) verbunden. Zur Risikoadjustierung der verschiedenen Versichertenpopulationen werden ausgewählte soziodemographische Variablen und klinische Indikatoren erhoben (u.a. Gesundheitszustand, Medikation, Pflegestufe, Abrechnungsdaten der AOK). Für die quantitativen Erhebungen werden geprüfte Messinstrumente eingesetzt, z. B. der SF-36 Health Survey zur Erfassung der Lebensqualität bei den Versicherten. Ökonomische Analysen beziehen sich auf die Leistungsdaten des Unternehmens.

Idealerweise wird auf allen Ebenen eine Vollerhebung angestrebt. In die Studie eingeschlossen werden demnach:

1.) alle Versicherten mit Hoch- und Intensivrisiken, die von den Mitarbeiter/innen des Sozialen Dienstes ausgewählt werden;
2.) alle Sozialpädagog/innen des Sozialen Dienstes der AOK Baden-Württemberg;
3.) die CC Sozialer Dienst in den 14 Bezirksdirektionen.

Forschungsmethoden

  • Gesundheitsökonomische Kosten-Nutzwert-Analyse
  • Quantitative Datenerhebungen (standardisierte Instrumente und Routinedaten der AOK B.-W.)
  • Qualitative Datenerhebungen (Einzelbefragungen und Gruppendiskussionen) Versicherte, Angehörige, Mitarbeiter/innen des Sozialen Dienstes, Führungskräfte in den CCs

Triangulation

  • Qualitative Inhaltsanalyse
  • Quantitative Statistik
  • grounded theory
Ergebnisse Abschlussbericht