IfaS Stuttgart

Institut für angewandte Sozialwissenschaften

Neue Bausteine in der Eingliederungshilfe - Phase 3

Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg
Kooperationspartner Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg
VertreterIn Kooperationspartner Teilprojektbezogen (Einzelbausteine) die jeweiligen Verbundregionen Heidelberg, Stuttgart, Reutlingen, Ravensburg
Forschungsauftrag
E1: Heidelberg

Wissenschaftliche Begleitung des Teilprojekts „Erstellung eines ‚Inklusionsatlasses‘ zur Erschließung von Kultur-, Sport-, Freizeit- und Tourismusangeboten für Menschen mit Behinderungen jeden Alters und Aufbau einer Vermittlungsbörse“ der Stadt Heidelberg.

Leitziele des Projekts sind die Erschließung sowie der Auf- und Ausbau von inklusiven Kultur-, Sport-, Freizeit- und Tourismusangeboten für Menschen mit Behinderungen. Diese inklusiven Angebote sollen in einem „Inklusionsatlas“ für Kinder und Jugendliche, Erwachsene und Senioren mit Behinderung zusammengeführt werden. Der „Inklusions-atlas“ dient somit als Orientierungshilfe für Menschen mit Behinderung und deren Ange-hörige. Parallel dazu erfolgt der Aufbau einer Vermittlungsbörse mit ehrenamtlichen Kräften. Die geschulten ehrenamtlichen Kräfte sollen Menschen mit Behinderung in inklusive Angebote vermitteln und vor allem in der Anfangszeit Menschen mit Behinderung und deren Angehörige beratend zur Seite stehen. Andererseits begleiten und beraten sie Vereine, Institutionen und Kirchen zum Thema Inklusion und helfen dabei, Berührungs-ängste und Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung abzubauen.

E2: Stuttgart

Wissenschaftliche Begleitung des Teilprojekts „Aufbau einer Ehrenamtsbörse für die Assistenz von Menschen mit Behinderung“ der Stadt Stuttgart.

Die Umsetzung dieses Bausteins beginnt mit einer Recherchearbeit. Diese wird im Wesent-lichen seitens der Projektverantwortlichen der Stadt Stuttgart durchgeführt und dient zur Klärung der organisatorischen Voraussetzungen einer ehrenamtlichen Assistenz-börse. Anschließend werden die hierzu gesammelten Erkenntnisse in den Testbetrieb einer Assistenzbörse überführt. Die Börse soll möglichst alle Lebensbereiche umfassen und Menschen mit Behinderung nicht nur als AssistenznehmerInnen, sondern auch als AssistenzgeberInnen verstehen. Zum Projektende soll das Teilprojekt zu einem dauerhaften Angebot der Stadt Stuttgart implementiert werden, das den Bedarf von ehrenamtlicher Assistenz für Menschen mit Behinderung möglichst weitgehend deckt.

E3: Reutlingen

Wissenschaftliche Begleitung des Teilprojekts "Modellprojekt Inklusionskonferenz" Landkreis Reutlingen. Ziel des Modellprojekts ist die Erhöhung der Teilhabechancen von Menschen mit Unterstützungsbedarf.

Im Rahmen dieses Teilprojekts erfolgt ein Anstoßen von inklusiven Prozessen auf drei Ebenen. Implementierung einer Inklusionskonferenz, welche vorrangig als Instrument verstanden wird, strukturelle Voraussetzungen für inklusive Entwicklungsprozesse zu schaffen. Die Mitglieder wurden aus relevanten gesellschaftlichen Funktionsbereichen zusammengesetzt, um eine möglichst umfassende Diskussion zu Möglichkeiten eines inklusiven Gemeinwesens zu gewährleisten. Auf einer praktischen Ebene sollen zudemin ausgewählten Gemeinden, modellhaft inkludierende Prozesse auf der Ebene der Gemeinde-verwaltung, Regeleinrichtungen und des Gemeinwesens angestoßen werden. Das Erfahrungswissen aus den Modellgemeinden fließt als Steuerungswissen in die Inklusions-konferenz ein. Schließlich soll der Landkreis als Behörde „inklusiv“ werden. Im Sinne einer Selbstverpflichtung zur inklusiven Behörde soll hier eine Organisationsentwicklung angestoßen werden, die Inklusion in ihren Strukturen und Handlungsabläufen konsequent berücksichtigt und somit zu einer Änderung der Haltung in Rahmen der Dienstleistungs-erbringung beiträgt. Eine Beteiligung von Betroffenen und Angehörigen wird über die Einrichtung eines sog. Beirats erreicht.

E4: Ravensburg

Wissenschaftliche Begleitung des Teilprojekts „Präventives Fallmanagement für Menschen mit geistiger Behinderung“ im Landkreis Ravensburg.

Zielgruppe dieses Projekts sind v.a. junge Menschen mit einer geistigen Behinderung, die bisher entweder ein teilstationäres Angebot der Eingliederungshilfe nutzen (WfbM) oder eine Förderschule besuchen und im Übergang Schule-Beruf stehen. Diese Menschen sollen zu einer möglichst selbstbestimmten und selbstständigen Lebensführung in den Bereichen Wohnen, Freizeitgestaltung und Alltagsfähigkeit befähigt werden. Dazu soll ein präventives Fallmanagement auf Basis der Methodik der persönlichen Zukunftsplanung entwickelt und erprobt werden.    

Projektleitung Prof. Dr. Paul-Stefan Roß
Prof. Thomas Meyer
Prof. Dr. Anette Plankensteiner
Wissenschaftliche MitarbeiterInnen

Christina Kieslinger (Erziehungswissenschaftlerin, MA)
Iren Steiner (Dipl.-Psych.)
Martina Bell (Soz.-Päd., MA)

Projektdauer Januar 2014 bis Dezember 2015
Zuordnung bei IfaS Wissenschaftliche Begleitung
Forschungsmethoden Jeweils bausteinbezogen
E1: Heidelberg
  • Beratung und Erstellung eines standardisierten Fragebogens für die Analyse des Sozialraums
  • Erstellung eines Dokumentationsformulars für vertiefende Gespräche mit ausgewählten AkteurInnen
  • Entwicklung und Einsatz eines standardisierten Fragebogens zur Erfassung des Beratungs-, Informations- und Unterstützungsbedarfs
  • Problemzentrierte Interviews mit Menschen mit Behinderung zur Erfassung ihrer Bedarfe, Wünsche und Erwartungen
  • Explorative Fallanallysen mit ausgewählten Personen
 E2: Stuttgart
  • Problemzentrierte Interviews mit NutzerInnen und ErbringerInnen von Assistenzleistungen, koordinierenden Kräften, Schlüsselpersonen aus dem sozialräumlichen Umfeld, VertreterInnen örtlicher Fachstellen sowie politischen EntscheidungsträgerInnen. Im Mittelpunkt der Interviews stehen die Erfassung der Erwartungen, Erfahrungen, Bewertungen und Zufriedenheit sowie die Erhebung der Motivation, Betreuungs- und Schulungsbedarf von ehrenamtlich Tätigen
  • Quantitative Befragung von NutzerInnen und AnbieterInnen der Ehrenamtsbörse
  • Moderation einer Diskussionswerkstatt
  • Erstellung eines Instruments zur Selbstevaluation der verstetigten Ehrenamtsbörse
 E3: Reutlingen
  • Recherche und Analyse des Vor- und Umfeldes der Inklusionskonferenz
  • Evaluation der Auftaktveranstaltung „Inklusionskonferenz“
  • Qualitative Interviews mit externen ExpertInnen und mit TeilnehmerInnen der Inklusionskonferenz sowie mit Schlüsselpersonen aus den Musterregionen
  • Begleitung der Inklusionskonferenz sowie des Beirats durch teilnehmende Beobachtung, Dokumentation und Analyse
  • Erhebung und Dokumentation von Ergebnissen und Handlungskonsequenzen zu den Themenstellungen der Inklusionskonferenz bei den Beteiligten
  • Dokumentation und Analyse des Koordinierungsprozesses der Geschäftsstelle Inklusionskonferenz
  • Recherche und Analyse des Sach- und Entwicklungsstandes in den Musterregionen
  • Konzeptionelle und prozessbezogene Unterstützung der Geschäftsstelle „Inklusionskonferenz“ bei der Vorbereitung der Beteiligungsprozesse in den Musterregionen
  • Planung, Moderation, Dokumentation und Auswertung von drei Dialogprozessen regionaler/örtlicher Inklusionsthemen
 E4: Ravensburg
  • Moderierte Gruppendiskussionen und Workshops
  • Erstellung eines standardisierten Kurzfragebogens zur Bestandaufnahme von Interessen, Wünschen und Erwartungen von Menschen mit Behinderung
  • Erstellung eines standardisierten Fragebogens zur Bestandsaufnahme von Freizeit- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung im Sozialraum
  • Qualitative Befragung ausgewählter Schlüsselpersonen
  • Entwicklung eines Dokumentationsformulars zur Dokumentation der im Rahmen des Projekts betreuten Menschen mit Behinderung
  • Intensivfallstudien mit ausgewählten TeilnehmerInnen und den jeweils relevanten, am Fallmanagement beteiligten Personen
Ergebnisse Zwischenergebnisse ab Frühjahr 2015 
Publikationen / Presse